Eva Choung-Fux


Campos,
5. Dezember 2010

 

Alfred Hruschka hat in den vielen Jahren seiner Kunstarbeit eine Spur gesucht und schließlich einen Pfad entdeckt, der zu seinem authentischen Weg wurde.

Ich will etwas ausholen:
Im Zurückdenken ist zeitversetzte Kommunikation erst ab dem Moment möglich geworden, ab dem Laut und Sprache von Aufzeichnung begleitet wurden. Information war zu Beginn an den Ort gebunden (Felsen, Höhlenwände, etc.). Durch die Jahrtausende ist der Drang zur Entwicklung vom Zeichen zur Schrift und damit der zur Diversifikation der „transportablen“ Medien - wie Rinde, Haut, Knochen, Tontafel, Gewebe, Papier, bis hin zum Sprung in den elektronischen Datenverkehr - Motor aller Zivilisation.

Im Konzept sprunghaft ansteigender, rationaler Anforderungen haben sich im Begreifen Irritation und Fragen rasant verbreitet. Alfred Hruschkas konsequentes und poetisches Schaffen ist ein Angebot zu subjektiver Antwortfindung.

Zu Beginn hat der Künstler mittels der Fotographie den Signifikanten der Naturdetails aus seiner direkten Umgebung nachgespürt. Deren Projektion auf Papier kam nicht in Frage, zu selbstverständlich war a priori seine Affinität zu Gewebtem. So wurden Leinen und Baumwollstoffe die ersten Träger des zu Siebdruckschablonen transformierten Erlebnis-Substrates. Jutegewebe mit Geschichte kam hinzu, Textilien mit Vorleben, das Bemalen der Gewebe, das Nähen, Sticken, das dreidimensionale Formen, Umschließen und Umwickeln.

Performance 2010Und nun: Im weiteren Schritt das Aufbrechen, Aufreißen der dreidimensionalen Formen.

Ist es ein doppelbödiger Akt von Befreiung des Geheimen das entwichen ist?

Langsam, behutsam und sorgfältig hat Hruschka mit Arbeiten in zwei Dimensionen begonnen. In seiner Objektkunst hat er sich die dritte Dimension erschlossen. Mit der Kunst der Performance führt er die „Echt – Zeit“ als vierte Dimension in sein Schaffen ein; und innerhalb ihrer, den Ton der am Anfang war (ich erinnere seine starke Präsenz, gemeinsam mit der Künstlerin Marina Marsilio, bei FalkArt 2010). In jeder Dimension zitiert Alfred Hruschka fragmentarisch – textual seine Erkenntnis der Welt. Ein Angebot

P.S.
Ein Ausspruch von Dino Formaggio († 2008) kommt in den Sinn:
„Kunst ist all das, was Menschen so genannt haben“.